Der Deutsche Wetterdienst wurde per Gerichtsurteil von WetterOnline GmbH dazu verdonnert, seine kostenlosen Inhalte jetzt kostenpflichtig zu machen. Kann ja wohl auch nicht sein, dass es eine Konkurrenz auf dem Markt gibt, deren Daten man nutzt, aber die für die Menschen frei ist.

Vor ein paar Monaten habe ich für die WetterOnline-App 2,99€ Ocken geblecht. Die fliegt jetzt mal in einem großen Bogen vom Handy. Jetzt werde ich 1,99€ in die App vom DWD investieren. So unterstütze ich auch schon mal die richtigen.

Eine Behörde zwingen, ihre Daten nicht kostenlos zu machen, diese aber dann für die eigene GmbH zu nutzen und teuer zu verkaufen. Diese geldgeilen Hunde! Der Shitstorm möge immer anhalten!

Und dankeschön auch an die Richter, deren Begründung ich nicht… warte – – –

…die Pressemitteilung lautet:

Bei dem Anbieten der App handelt es sich um eine geschäftliche Handlung im Sinne des Wettbewerbsrecht, weil die Beklagte hier als öffentliche Hand Bürgerinnen und Bürgern Dienstleistungen im Wettbewerb mit privaten Anbietern anbietet. Insoweit handelt die Beklagte auch nicht hoheitlich, sondern wird als wirtschaftliches Unternehmen tätig. Hierzu ist es unerheblich, dass die App des DWD kostenfrei angeboten wird, denn mit dem Angebot dieser App fördert der DWD sein eigenes Unternehmen, steigert seine Bekanntheit und sein Ansehen auf dem Markt der Wetterdienstleister und damit seine Marktmacht. Das Angebot der DWD-App verstößt gegen § 6 Abs. 2 S. 1 DWDG. Nach dieser Vorschrift hat der DWD für seine Dienstleistungen eine Vergütung zu verlangen, soweit – wie hier – einzelne im Gesetz geregelte Ausnahmen nicht einschlägig sind. Maßgeblich ist insoweit vor allem, dass in der App nicht nur über amtliche Warnungen des DWD, sondern umfassend über das Wetter informiert wird. Auch nach der Novelle des DWDG in diesem Jahr ist das Angebot einer unentgeltichen Wetter-App durch den DWD nicht zulässig.

Gegen das heutige Urteil kann die Beklagte innerhalb eines Monats Berufung einlegen.

Aktenzeichen: 16 O 21/16 – Landgericht Bonn

Der deutsche Wetterdienst darf nicht eigene Inhalte kostenlos herausgeben, die über amtliche Warnungen hinausgehen, weil er damit in einen marktrechtlichen Wettbewerb tritt? Hä? Was ist denn das für eine beknackte Vorschrift? Mal abgesehen davon, dass die Erhebung der Datensätze teilweise sowieso mit Steuergeldern finanziert wurde, der Mensch also bereits die Daten selbst durch eigene Kraft und Arbeit finanziert hat.

Dann soll der DWD dafür von mir aus Geld bekommen. Was ich aber ernüchternd finde ist, dass jeder Kniff und jede Lücke von den aufmerksamen Hunden erschnüffelt wird, nur weil sie Gewinn oder Marktposition gefährdet sehen. Hoffentlich macht WetterOnline GmbH nun lange schlechte Erfahrungen mit dieser weiteren wichtigen Säule dieses beschissenen Kapitalismus; den „Kunden“.

Ich geh mir den Mund ausspülen, hab so einen ekligen Geschmack!

PS: gerade im heise.de Forum gefunden:

Von Phylon:
„Und genau darum brauchen wir auch endlich Investitions-Schiedsgerichte…

…damit WetterOnline dann unter Ausschluß der Öffentlichkeit klagen kann, um noch die vermutlich entgangenen Gewinne der letzten Jahre und der nächsten 50 Jahre vom Staat erstattet zu bekommen. Ich weiß gar nicht, warum die nicht noch ein bißchen gewartet haben…“

Ich liebe diese Satire! 🙁